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Überlebensversuch

Ausgestellt am 14. März 2012 vom

Dieser Artikel wurde erstmals im Jahr 1985 im Heft 11 der Fachpublikation „DER ERDSTALL“ auf den Seiten 24ff veröffentlicht und wird hier – in aktualisierter Rechtschreibung – erneut publiziert, um ihn einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Wurden die Erdställe als Zufluchtsanlage gebaut?
Ein zweitägiger Überlebensversuch bringt neue Erkenntnisse

Josef Weichenberger

Die Frage nach dem Zweck der Erdställe ist so alt wie die Erdstallforschung selbst. Wir unterscheiden die pragmatischen und esoterischen Erklärungsversuche. Ich möchte hier auf eine pragmatische Deutung, nämlich auf die Zufluchts- und Verstecktheorie, näher eingehen. Demnach ist der Erdstall ein mittelalterlicher Profanbau, der den Bewohnern als Zuflucht und Versteck diente. Das heißt, dass beispielsweise die Frauen und Kinder bei einem Raubüberfall oder bei Plünderungen in den unterirdischen Gängen Zuflucht suchten und sich hier versteckt hielten. Als typisches Beispiel für eine Fluchtanlage mag der Erdstall unter dem Hausberg von Großriedenthal (im Viertel unter dem Manhartsberg, Niederösterreich) bezeichnet werden.[1] Vom „Festen Haus“ aus führte ein unterirdischer Gang zuerst durch mehrere Kammern, dann unter dem Halsgraben durch zum Ausgang am Burgabhang. Es konnten somit die Burgbewohner im Verborgenen und ungesehen die Festung verlassen. Erdställe wurden schon des Öfteren in mittelalterlichen Wehranlagen nachgewiesen [2].

Die Argumente
Eine Zusammenfassung soll die gesammelten Argumente für und wider die Zufluchtstheorie aus der Literatur auflisten:

1.) dagegen spricht:

1.1.) Der Aufenthalt in den Erdställen ist äußerst unbequem; in den Kammern kann man in den seltensten Fällen aufrecht stehen, der Bewegungsmangel ist eine erhebliche Belastung.

1.2.) Kranke, alte und dicke Menschen können die engen Schlupfe nicht passieren.

l.3.) Erdställe sind nur für einen kurzen Aufenthalt geeignet, weil die lebensnotwendige Nahrung mitgenommen werden muss und außerdem ein Abort fehlt.

1.4.) Es tritt Sauerstoffmangel ein, wenn mehrere Personen über längere Zeit eingeschlossen sind.

1.5.) Offenes Licht bedeutet erhöhten Sauerstoffverbrauch.

1.6.) Die niedrige Temperatur kann durch Feuer wegen Sauerstoffmangels und Rauchbildung nicht erhöht werden.

1.7.) Im Falle eines gewaltsamen Niederbrennens des Hauses wären die Eingeschlossenen jämmerlich erstickt, weil es oftmals nur einen Einstieg, jedoch keinen weiteren Ausgang gab.

1.8.) Für den Feind ist es leicht, den Erdstall auszuräuchern oder zuzuschütten.

1.9.) Enorme psychische Belastung der Eingeschlossenen.

1.10.) Die Bauern flüchteten bei Gefahr in den Wald.

 

2.) dafür spricht:

2.1.) Der Erdstall ermöglicht den Bewohnern eines Hauses ein rasches Verschwinden und Verstecken bei plötzlichen Überfällen.

2.2.) Erdställe sind für einen kurzen Aufenthalt geeignet.

2.3.) Die „hautengen“ Schlupfe ermöglichen einen wirksamen Schutz gegen feindliche Eindringlinge. Die engen, winkeligen Gänge zwingen jene, sich einzeln und in kriechender Stellung fortzubewegen, wobei sie sogar schwachen Verteidigern hilflos ausgeliefert sind. .

2.4.) Sitznischen, Sitzbänke und Luftlöcher weisen auf die Verwendung durch Menschen hin.

2.5.) Die Absperrvorrichtungen und Verschlusssteine waren von innen aus zu bedienen.

2.6.) Die glattgeschliffenen Schlupfröhren mit abgerundeten Kanten beweisen zumindest eine mehrmalige Benützung.

2.7.) Die engen und leicht zu tarnenden Einstiege belegen die Geheimhaltung der Anlage.

2.8.) Die mühevolle und zeitraubende Herstellung lässt die einstmalige hohe Wichtigkeit der Erdställe erkennen.

 

Eine Gefahr in der Beurteilung des ursprünglichen Zwecks der Erdställe besteht darin, dass die Anlagen trotz gleicher Bauelemente große Unterschiede zueinander aufweisen. Auch kann man sicherlich nicht alle „Erdställe“ von Ungarn bis Spanien in Bausch und Bogen gleichermaßen erklären. Zudem sind heute vielfach nur noch Teilstücke eines Erdstallsystems erhalten, so dass in den seltensten Fällen ein Erdstall in der ursprünglichen und vollständigen Ausdehnung analysiert werden kann. Die größte Schwierigkeit in der Klärung der Erdstallfrage liegt jedoch darin, dass wir die genauen Lebensumstände des mittelalterlichen Menschen nicht kennen.

Gewisse Höhlensysteme entsprechen infolge ihrer Bauart und Anlage klar dem Zweck als Zufluchtsort, wo vieles berücksichtigt wurde, was dem Schutzbedürfnis und einem längeren Aufenthalt zweckdienlich ist, nämlich der von außen leicht zu tarnende Einstieg, Innenverschlußvorrichtungen, Wasserloch oder Brunnen, enge Durchschlupfe, Sitznischen, Luftlöcher.

Nun stellt sich schon akut die Frage, welcher Zeitraum eigentlich gemeint ist, wenn es heißt „für längeren Aufenthalt zweckdienlich “ oder „für kurzen Aufenthalt geeignet“. Und wie verhält es sich bei einem Aufenthalt von mehreren Personen in einem Erdstall mit der Sauerstoffversorgung? Diese Unklarheiten haben den Verfasser angeregt, mit einem praktischen Versuch diesen Fragen nachzugehen. Auch die wiederholten Aufforderungen in der Fachliteratur, nicht vom Schreibtisch aus zu argumentieren, sondern durch wissenschaftliche Experimente zu belegen, ermunterten dazu.

Das Experiment

So stiegen am Freitag, dem 23. März 1984, um 18.00 Uhr drei interessierte Forscher in den 39 m langen Erdstall von Bad Zell, Maierhof 18 [3] ein, der sich nach dem Ausräumen des neuzeitlichen Einfüllmaterials als komplett erhaltene Anlage erwiesen hatte. Der Zweck des Überlebensversuches war es, zu testen, wie geeignet dieser unterirdische Gang für einen zweitägigen Aufenthalt ist.

Das Experiment wurde von den Höhlenforschern Erna Eichbauer, Erhard Fritsch [4] und vom Verfasser unter möglichst ,mittelalterlichen Bedingungen“ durchgeführt. Eine originale Tonlampe aus dem 13. Jahrhundert[5] und Kerzen sorgten für Licht, als Lebensmittel wurden Brot, Milch, Wasser, Käse, Speck, Obst und Gemüse mitgenommen. Der Einstieg wurde von oben mittels Holzplatte verschlossen. Hier nun der Erfahrungsbericht der Eingeschlossenen:

Aus Sicherheitsgründen nahmen wir auch ein Telefon und ein Sauerstoffmessgerät mit (Abb. 2 u. 6). Letzteres hat leider den Staub und die Feuchtigkeit nicht vertragen. Nach 7 Stunden trat ein Fehler auf, der sich nicht beheben ließ. Wir standen somit vor der Entscheidung. den Versuch abzubrechen oder ohne Sauerstoffmessgerät weiterzumachen. Weil die zuletzt abgelesenen Werte (20,8 Volumsprozent, Ausgangswert 20,9) nochkeine wesentliche Verschlechterung erkennen ließen und wir uns ausgezeichnet fühlten machten wir weiter.

Es brannten immer zwei kleine Kerzen, die ständig überwacht wurden. Auch die Tonlampe stand im Einsatz, mit ihr wurden interessante Beobachtungen gemacht. Diese Öllampe passte genau in die vorhandenen Wandnischen, der Teil mit dem brennenden Docht stand etwas aus der Nische hervor, sodass der Gang schön ausgeleuchtet war (Abb. 1). Durch das Leinöl der Lampe entstand ein eigenartiger Geruch, der jedoch nicht wesentlich störte. Es entwickelten sich genau die Rußspuren. wie sie schon von den Lampen unserer Ahnen zurückgeblieben sind. Das heißt, dass die Nischen sicher keine Tast- sondern eindeutig Lichtnischen waren. Um ganz sicher zu sein, durchkrochen alle drei Forscher ohne Licht die Gänge, um zu untersuchen, ob die Nischen im Dunkeln bei der Orientierung eine Hilfe sind. Wir stellten fest, dass man in der Finsternis fast das ganze Gangprofil abtasten muss, um die Nischen überhaupt zu finden, weil sie weder einen regelmäßigen Abstand zueinander, noch eine gleiche Höhe vom Boden aus aufweisen.

Hier stimme ich Much zu, der im Vorwort zu Karners Werk [6] auf Seite XX die Meinung vertritt, die Lichtnischen haben nur dem Arbeiter bei der Errichtung des Ganges geholfen, sein Licht an einer vor dem Umstoßen sicheren Stelle zu deponieren.

Man stelle sich vor, wie der Erdstall vom Erbauer ausgegraben wurde. Der Mineur vor Ort brauchte natürlich Licht für seine Arbeit, aber wo sollte er den Beleuchtungskörper hinstellen, ohne dass er ihm im Weg war? Einige wenige Schläge und eine weitere Nische ist fertig, die Lampe hat ihren Platz und stört nicht mehr beim weiteren Vortrieb.

Dass die eingebürgerte Bezeichnung „Tastnische“ unrichtig ist, haben schon andere Forscher längst erkannt und darauf hingewiesen.[7] Es handelt sich also bei diesen faustgroßen Aushöhlungen in der Wand, die einen ebenen Boden aufweisen, immer um Lichtnischen. Zur Frage, warum einige dieser Nischen Rußspuren aufweisen, andere jedoch nicht, bot sich eine einfache Lösung an. Wir verwendeten für die Lampe Leinöl und Rapsöl (auch Rüböl genannt), beides Öle, die schon im Mittelalter bekannt waren. Es zeigte sich, dass die Flamme der Tonlampe oft ganz ruhig und ohne Rauchentwicklung brannte.

Erst als der Docht oder das Öl zur Neige ging, begann die Flamme zu flattern und unruhig zu brennen, sodass dadurch am oberen Drittel der Nische starke Rußspuren entstanden – also nur dann, wenn der Dochtbrand nicht rechtzeitig geregelt wurde.

An einem kleinen handlichen Digitalthermometer wurde die Temperatur abgelesen (Abb. 3.). Die Messungen ergaben in der obersten Etage bei den Sitznischen 6,7 Grad und in der mittleren Etage 7,5 Grad. Die Werte blieben die 48 Stunden über konstant.

Auch die Erdtemperatur wurde gemessen, sie ergab die gleichen Werte wie die Lufttemperatur. Nur als wir zu dritt in den Sitznischen längere Zeit nahe beieinander saßen, erwärmte sich die Lufttemperatur von 6,7 Grad auf 8,3 Grad C. Die Untersuchung der Bearbeitungsspuren zeigte, dass ein Werkzeug mit einer 17,4 mm und eines mit einer 21,5 mm breiten Schneide verwendet wurde. In einem geraden Gangabschnitt schwankt die Länge der Haumarken zwischen 12 und 18 cm. Ein Klopftest brachte das Ergebnis, dass man nur annähernd den genauen Standpunkt des Klopfers an der Oberfläche feststellen kann. Im Erdstall hört man das Gehen von Leuten im Haus gut durch, während man unten laut schreien kann, es aber oben nicht hört.

Auch haben wir versucht, längere Zeit in den Sitznischen auszuharren. Wenn man sich auf eine Unterlage setzt, die die aufsteigende Feuchtigkeit etwas abhält, kann man tatsächlich einige Stunden so verweilen. Die Sitznischen sind ja so angeordnet, dass drei Personen nahe beieinander sitzen und Körperkontakt zueinander haben (siehe Abb. 4).

Dieser Umstand hilft aufkommende Angst abzubauen und vermittelt eine gewisse Vertrautheit und Geborgenheit. Wichtig dürfte dabei auch eine, wenn auch noch so kleine Lichtquelle sein, denn längere totale Finsternis wirkt zermürbend und deprimierend.

Wir versuchten, den normalen Tagesrhythmus vom Aufstehen, Frühstücken, Mittagessen, Abendessen und Schlafen einzuhalten. Gegessen wurde natürlich nur kalt. zum Schlafen verwendeten wir Schlafsäcke und eine isolierende Unterlage, da man doch annehmen kann, dass man im Mittelalter ebenfalls Decken und Felle zur Verfügung hatte (Abb. 7). Das Problem der Toilette lösten wir derart, dass die Exkremente einfach im vorhandenen Einfüllmaterial vergraben wurden. Es bestand somit keine Geruchsbelästigung. Als unangenehm empfanden wir die niedrige Temperatur und die Feuchtigkeit.

Wie bereits eingangs erwähnt, hatten wir aus Sicherheitsgründen ein Telefon in den Erdstall geleitet. Ein Helfer war heraußen stationiert, der etwa alle 3 Stunden durch einen Kontrollanruf prüfte, ob unten alles in Ordnung sei. Nach 48 Stunden wurde am Sonntagabend die Holzplatte wieder vom Einstieg genommen, und die drei Höhlenforscher entstiegen schmutzig, aber wohlbehalten der Unterwelt.

Die Schlussfolgerungen
Der Überlebensversuch hat bewiesen, dass sich mehrere Personen zumindest zwei Tage (48 Stunden) im Erdstall aufhalten können. Das entscheidende Kriterium war der Sauerstoffverbrauch. Das Experiment zeigte, dass der geringe Luftaustausch durch den Einstieg, der nicht völlig luftdicht abgeschlossen werden konnte, und die Luft im Erdstall selbst genügten, um den drei Forschern das Überleben zu ermöglichen.

An dieser Stelle möchte ich auf die interessante Ausführung der Luftlöcher im Erdstall unter dem Haus IX/ 66 von Pfaffenschlag (CSSR) [8] hinweisen. Hier endeten nämlich die 3 Luftlöcher unter dem Mauerwerk. Die Röhren mit 20 cm Durchmesser waren oben noch mit flachen Steinen zugedeckt, sodass die Luft durch die Mauerritzen eindringen konnte.

Durch die neuen Erkenntnisse des Experiments bereichert, sei nun nochmals auf die „Kontra-Zufluchtstheorie“-Argumente eingegangen:

zu 1.1.: Dass der Aufenthalt in den engen Erdställen unbequem ist, kann nur bestätigt werden. Aber diese Mühsal nimmt man in Kauf, wenn man dadurch seine Freiheit oder gar sein Leben retten kann. Auch ist zu bedenken, dass schon aus statischen Gründen ein enger und niedriger Gang günstiger ist als ein breiter und hoher, der viel leichter einstürzen kann.

zu 1.2.: Kranke, alte und beleibte Menschen konnten sich nicht im Erdstall in Sicherheit bringen. Diese Anlagen dürften aber besonders für Frauen, Mädchen und Kinder gewesen sein.

zu 1.3.: Das Experiment hat gezeigt, dass ein Aufenthalt von vielen Stunden, ja Tagen, im Erdstall möglich ist. Durch das Vergraben der Exkremente im Einfüllmaterial wurde das hygienische Problem auf einfache und zweckmäßige Weise gelöst.

zu 1.4.: Der Sauerstoffgehalt der Luft verringert sich nur in einem Maß, das dennoch ein Überleben ermöglichte. Sehr schade ist, dass beim Versuch das Sauerstoffmessgerät nach sieben Stunden ausgefallen ist. Die genauen Zahlen hätten sehr gut das Verhältnis aufgezeigt, in welchem der Sauerstoffgehalt der Luft abnimmt und der  Kohlendioxydgehalt zunimmt.

zu 1.5.: Während des Experiments brannten ständig zwei Kerzen und noch dazu die Tonlampe.

zu 1.6.: Die konstant niedrige Temperatur und die Feuchtigkeit machen sich schon unangenehm bemerkbar. Durch entsprechende Kleidung bleiben jedoch diese Umstände halbwegs erträglich.

zu 1.7.: Erdställe mit einem zweiten Ausgang sind bekannt. Viele Anlagen besitzen eingestürzte Gänge, die möglicherweise ins Freie geführt haben. Auch der Erdstall von Bad Zell, in dem der Überlebensversuch durchgeführt wurde, hat einen zweiten Ausgang (Notausgang). Die Personen, die sich beim Abbrennen des Hauses im Erdstall aufhielten. waren also keineswegs verloren.

Zur Frage eines möglichen Brandes sind noch einige Punkte genauer zu untersuchen und zu klären. Wie verhält es sich z. B., wenn der Einstieg zur Höhle von einem steingewölbten Keller ausging [9] und verschlossen war, und das Haus darüber abbrannte? Oder kann das Feuer den Eingeschlossenen einen Schaden zufügen, wenn der Einstieg zuerst senkrecht nach unten führt (im Erdstall Bad Zell ist der Höhenunterschied vom Fußbodenniveau bis zur Gangsohle 3,50m) und mit einer Steinplatte verschlossen war? Der von Herrn Weiß durchgeführte und im Erdstallheft Nr. 7 (1981) publizierte Versuch[10], ein Feuer vor dem Eingang anzuzünden, während eine mit Atemschutz- und Sauerstoffmessgeräten ausgerüstete Mannschaft sich im Erdstallinneren aufhält, sollte bei einem senkrecht nach unten führenden und verschlossenen Einstieg wiederholt werden.

zu 1.8.: Die Geheimhaltung und Tarnung des Einstieges muss von großer Wichtigkeit gewesen sein. Wahrscheinlich wurde die Einstiegsöffnung von außen (von anderen) verschlossen und unkenntlich gemacht.

zu 1.9.: Dass die Eingeschlossenen eine große psychische Belastung ertragen mussten, steht außer Zweifel.

zu 1.10.: Der Erdstall bot jedenfalls die Möglichkeit, bei plötzlichen Überfällen „wie vom Erdboden verschluckt‘ raschest zu verschwinden.

Fazit: Ein zweitägiger Aufenthalt in einem solchen Erdstall ist (besonders für den komfortgewohnten Gegenwartsmenschen) reichlich unbequem und durch die Feuchtigkeit und ständige niedrige Temperatur äußerst unangenehm, ansonsten jedoch im großen und ganzen problemlos. Dies führt uns zur Überzeugung, dass viele Erdställe im Hochmittelalter sehr zweckmäßige Zufluchtsanlagen waren.

Anmerkungen:

1 BEDNARIK Edith, Der Erdstall im Hausberg bei Großriedenthal; in: Fundberichte aus Österreich, 20. Bd., Wien 1982, S. 9 ff.

2 FELGENHAUER Fritz, Der Hausberg zu Gaiselberg; in: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters, 1. Jg., Köln 1973, S. 79 f.

HINZ Hermann, Motte und Donjon; in: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters, Beiheft 1, Köln 1981, S. 44 (Die Erdställe in den Motten).

KARNER Lambert, Künstliche Höhlen aus alter Zeit, Wien 1903, S. 15 u. 226.

KLEINMANN Dorothée, Die mittelalterlichen Souterrains in Frankreich; in: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters, 7. Jg. Köln 1979, S. 158.

NEUGEBAUER Johannes Wolfgang, Wehranlagen, Wallburgen, Herrensitze sowie sonstige Befestigungen und Grabhügel der Urzeit, des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit im politischen Bezirk Mistelbach; Veröffentl. d. Österr. Arbeitsgem. f. Ur- und Frühgeschichte, Bd. 11/12, Wien 1979, S. 67 (Kronberg) u. S. 127 (Stronegg).

PIBOULE -Patrik, Les souterrains médiévaux et leur place dans l’histoire des structures de défense; in: Château Gaillard, Bd. IX-X, Caen 1982, S. 237 ff.

PIPER Otto, Burgenkunde, München 1917, S. 515 ff (Unterirdische Gänge, versteckte Ausgänge, verborgene Räume, Gefängnisse).

3 WEICHENBERGER Josef, Ein Erdstall bei Bad Zell, Maierhof 18 (0berösterreich); in: Der Erdstall Nr. 10, Roding 1984.

4 Beiden Kameraden sowie dem „Außenposten“ Herrn Franz Wimmer sei an dieser Stelle nochmals mein aufrichtiger Dank ausgesprochen. Besonders Frau Erna Eichbauer, die mit großer Begeisterung dieses beschwerliche Experiment mitgemacht hat, gebührt meine Bewunderung. Sehr zu Dank verpflichtet bin ich auch den Hofbesitzern Johann u. Elisabeth Wansch, die durch ihre Aufgeschlossenheit und Mithilfe diesen Überlebensversuch überhaupt erst ermöglichten.

5 Die Tonlampe stellte der Burgenforscher Professor Alfred Höllhuber (Reichenstein OÖ) zur Verfügung. Ihm sei dafür herzlich gedankt.

6 KARNER Lambert, Künstliche Höhlen aus alter Zeit, Wien 1903.

7 KIESSLING Franz, Über das Rätsel der Erdställe, Wien 1923, S. 10 f und 16.

8 NEKUDA Vladimir, Pfaffenschlag, Brno 1975, S. 69 u. Abb. S. 68. Für die Übersetzung aus dem Tschechischen danke ich Herrn Dipl. Ing. Ladislav Osvaldik, Linz.

9 In Oberösterreich sind mehrere solche Erdställe bekannt.

10 WEISS Karl, Experiment zur Frage des Überlebens in Erdställen; in: Der Erdstall Nr. 7 1981.

Fotos: Abb. 1, 3, 4, 6, 7 u. 8 vom Verfasser

Abb. 2 u. 5. von Erhard Fritsch